Etoile – Opernprojekt –Vorleistungskurs Französisch

2011 12 Franzoesisch Oper 0

Unser Französisch-Leistungskurs der E1 von Fr. Werner-Koepsell  war letztes Semester oft unterwegs, darunter auch zum Thema „opéra bouffe“ (frz.: Komische Oper). Geplant waren ein Opernbesuch der französischen Oper„L’Étoile“  von Emmanuel Chabrier, der Besuch der Probe zu jener Oper und ein Workshop, auch im Bezug auf die Oper. Bevor wir jedoch die Oper am Willy Brandt-Platz besuchten, wurden wir erst einmal auf das vorbereitet, was uns  bevorstehen sollte.

Einige Referate sollten uns die Zeit, Ende des 19. /Anfang 20. Jahrhunderts näherbringen, ebenso wie das Genre der komischen Oper .Am Beispiel, „Ubu Roi“, von Alfred Jarry, erfuhren wir , wie das absurde Theater auf burleske Art künftige Wahrheiten „vorhersieht“.  Zusammenfassend lässt sich für die „opéra bouffe“sagen, dass sie eine Opern-Art ist, bei der u.a. ernste Themen komisch und fast schon albern bzw. bizarr
dargestellt werden . Nach dieser kleinen Vorbereitung sollte es bald ernst werden.
Als erstes war die Bühnen-/Orchesterprobe an der Reihe. Am 22.09.2011, einem Montag, besuchten wir die Orchesterprobe von „L’Étoile“. Schon da konnte man sehen, dass das Ensemble hervorragend aufeinander  eingestimmt war, obwohl es eine Probe war. Das hieß , dass die Feinabstimmung fast perfekt passte. Der Dirigent hatte ein unglaubliches Gehör: Er hörte die kleinste Abweichung von der Partitur. Dann schritt er auch ein und vermerkte, was besser gemacht werden sollte. Da musste auch mal ein kleiner Abschnitt einer Szene immer und immer und immer wieder geprobt werden, bis schließlich die perfekte Interpretation des Librettos erreicht wurde. Diese Orchesterprobe dauerte circa 3 Stunden und wie sich herausgestellt hat, war das, was wir in der Probe zu sehen bekamen, nur ein Bruchteil der ganzen Oper. Nach der Probe konnten wir noch eine Art „Interview“ mit einem der Opernsänger  machen, nämlich mit Julian Prégardien, der die Rolle des Tapioca spielte. Da konnten wir erfahren, wie man sich auf ein Stück in einer anderen Sprache vorbereitet, worauf man Wert legen muss, und einige andere kleinere Anekdoten aus den Erfahrungen von Herrn Prégardien.

 

2011 12 Franzoesisch Oper 1 250

 

 

Eine ganze Weile, um genau zu sein 9 Wochen, später, am 7.12., waren wir zum Workshop eingeladen. Frau Hannah Stringham sollte unser „Coach“ sein. Wie wir vor Ort  erfahren haben, sollten wir im Workshop den Schauspieler „in uns“ finden und  zur Schau stellen und tiefer in das Stück eintauchen. Es fing an mit einigen Bewegungsübungen zum Aufwärmen, dann waren Übungen an der Reihe, in  der wir eigene Personen mit speziellen Charakteren  erschaffen  sollten. Dies war insofern hilfreich, als dass, wie wir nun erfahren sollten, die Hauptfiguren auch ganz speziell sind. Der verrückte König Ouf, der Junge Lazuli, der durch eine Hosenrolle verkörpert werden soll, und die hin- und hergerissene Prinzessin Laoula.  Zum Schluss sollten wir mit ausgewählten Kostümen  in die Figuren der Oper eintauchen und eine kurze Szene nachspielen. Dieses Foto ist schließlich dabei rausgekommen.

2011 12 Franzoesisch Oper 2 250

 

Schließlich und endlich war der Opernbesuch fällig. Die Handlung ist wirklich bizarr, aber genauso faszinierend: Ein König opfert immer einen Menschen zu seinem Geburtstag. Dies hat er auch diesmal vor, nur sein Hof-Astrologe rät ihm von dieser Tat ab, weil der König und „das Opferlamm“ durch die Sterne verbunden sind: Stürbe der eine, folge ihm der andere eine Stunde später nach. Aus Angst vor dem eigenen Tod  beschließt König Ouf I., dass der Junge Lazuli, der geopfert werden soll,  ein königliches Leben führen soll, um selber möglichst lange zu leben.  Leider verliebt sich Lazuli in die Prinzessin Laoula, die eigentlich König Ouf heiraten soll.
Ganz schön schräg, oder? Nun ja, das endgültige Produkt allerdings sollte an Genialität so schnell nicht übertreffbar sein. Die musikalische Untermalung passte wirklich zu jeder Zeit, es wurde grandios geschauspielert und es war zum Brüllen lustig. Nur ab und an war es schwer, alles wirklich auf Französisch zu verstehen, aber dafür gab es eine Hilfe über der Bühne. Da konnte man alles auf Deutsch nachlesen. Aber es ist nun mal nicht dasselbe wie auf Französisch.
Im Großen und Ganzen muss ich sagen, dass die Vorbereitungen sehr hilfreich waren, sowohl als private Erfahrung, als auch als Einführung des Kontexts zur Oper. Meiner Meinung nach ist „L’Étoile“ von Emmanuel Chabrier ein Meisterwerk.
Marko Lukovic (Vorleistungskurs Französisch)